Gorleben Chronik 2011

14.2. – Der Bundesumweltminister besucht eine Sitzung des Kreistags Lüchow-Dannenberg und bietet erneut den „Gorleben-Dialog“ an. Die Mehrheit des Kreistags, in der „Gruppe X“ zusammengeschlossen, lehnt das Angebot in einer Grundsatzerklärung ab. Der Widerstand bereitet dem Minister einen unfreundlichen Empfang vor und im Sitzungssaal der öffentlichen Kreistagssitzung.

22.2. – Zwei Anti-Atom-Aktivisten im Wendland gehen freiwillig zur “präventiven Erkennungsdienstlichen Behandlung”, um nicht zwangsweise vorgeführt zu werden, und werden von Atomkraftgegnern begleitet.

23.2. – Eine statistische Studie kommt zu dem Schluss, dass – wie um alle Atomanlagen – auch um das Zwischenlager Gorleben deutlich weniger Mädchen als Jungen geboren werden. Eine Kontrollstudie des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts bestätigt die Studie.

In Japan führen am 11. März ein Erdbeben und dadurch ausgelöster Tsunami zur Atomkatastrophe im AKW Fukushima. In der Folge beschließt die Bundesregierung den stufenweisen Atomausstieg bis 2022 und verkündet einen Neustart bei der Endlagersuche.

13.3. – FUKUSHIMA IST ÜBERALL – ATOMANLAGEN SOFORT ABSCHALTEN – 400 Menschen strömen durch die geöffneten Tore des „Erkundungsbergwerks“ in Gorleben und bilden eine Menschenkette um die Schachtanlage.

21.3. – Insgesamt 140.000 Menschen beteiligen sich bundsweit an Mahnwachen unter dem Motto „Fukushima ist überall – Atomausstieg jetzt“, auch in Lüchow, Dannenberg, Clenze und Gartow finden seitdem jeden Montag um 18.00 Uhr Mahnwachen statt.

April – Obwohl noch keine Transportgenehmigung vorliegt, werden die ersten Behälter für den 13. Castor-Transport nach Gorleben bereits in La Hague beladen.

2.4. – GORLEBEN RAUS – AKWs AUS – Demonstrationszug von 2.000 Menschen und 50 Traktoren von Gedelitz nach Gorleben.

31.5. – Eine von der Bundesregierung eingesetzte „Ethikkommission“ empfiehlt, die Pläne für ein Lager für hochradioaktiven Abfall im Salzstock Gorleben-Rambow zu stoppen.

10.-14.6. – GORLEBEN VERSALZEN – Pfingstcamp in Gedelitz gegen den mit Hochdruck betriebenen Ausbau des Salzstocks Gorleben-Rambow als Endlager für hochradioaktiven Abfall.

15.6. – SCHICHTBLOCKADE – Blockade der Tore zum Salzbergwerk Gorleben beim Schichtwechsel. In drei Schichten werden rund um die Uhr die bewilligten Extra-Millionen aus dem Etat des Umweltministeriums im Salzbergwerk verbaut.

12.-14.8. – FEST ZUM PROTEST – zur Vorbereitung der Proteste gegen den 13. Castortransport im November 2011 mit viel Musik und „Tanz, bis der Salzstock wackelt“.

14.8. – Auftaktblockade der Kampagne „gorleben365“ mit dem Ziel, durch möglichst viele Blockaden an möglichst vielen Tagen die Arbeiten im Salzstock Gorleben-Rambow zu behindern.

25.8. – Den Medien wird ein Vermerk der niedersächsische Behörde für die Überwachung des Zwischenlagers Gorleben zugespielt, nach dem bereits mit den bisher eingelagerten 102 Castor-Behältern der Grenzwert von 0,3 mSv/a für die radioaktive Belastung der Umgebung am Ende des Jahres erreicht sein könnte, eine weitere Einlagerung hochradioaktiven Abfalls nicht zulässig wäre.

9.9. – Die Fachgruppe Radioaktivität der BI belegt anhand der Messungen des Zwischenlager-Betreibers GNS, dass bereits seit 2003 der Grenzwert von 0,3 mSv/a systematisch überschritten und mit Rechentricks verschleiert wurde.