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Lilo Wollny: Es wird wie ein Kartenhaus zusammenbrechen

20 Jahre Lügen, Tricks und Größenwahn – Der Atommüllskandal von Gorleben

Erschienen 1998

Das Buch über die Geschichte bis 1998 liegt digital vor und wird hier in vollem Wortlaut wiedergegeben. (pdf)

Vorwort

Herausgeberin dieser Broschüre ist die Arbeitsgruppe Rechtshilfe Gorleben. Diese Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, in einem „Rechtshilfefond“ Geld zu sammeln, um die Prozesse in Gorleben zu finanzieren. Das Geld wird im wesentlichen für zwei Bereiche ausgegeben:

  • Es werden verwaltungsrechtliche Klagen gegen die Atomanlagen in Gorleben finanziert. Da es in Deutschland keine Popularklage gibt, müssen immer einzelne Bürger und Bürgerinnen als Klagende auftreten. Sie müssen nachweisen, daß sie in ihren Rechten betroffen sind. Es ist oft sehr schwierig, diese Klagebefugnis zu erreichen. Diesen Einzelpersonen hält die Rechtshilfegruppe finanziell den Rücken frei.
  • Es werden Gutachten für diese Klagen finanziert.

Außerdem organisiert die Rechtshilfegruppe Veranstaltungen, bei denen die juristisch-politischen Aspekte der Auseinandersetzung um die Atomanlagen in Gorleben dargestellt und diskutiert werden.

Seit der Gründung 1979 hat die Rechtshilfegruppe eine unübersehbare Fülle von Prozessen unterstützt. Klagen, Revisionen, Eilverfahren, Weisungen und Änderungen der sofortigen Vollziehung bilden einen juristischen Dschungel, der selbst für Insider kaum zu überschauen ist. Insgesamt hat die Rechtshilfegruppe Gorleben in den zwanzig Jahren ihres Bestehens rund eine halbe Million Mark gesammelt und weitergeleitet. Sie ist ein fester und von den Atombetreibern gefürchteter Teil des wendländischen Widerstands. Um weiter erfolgreich gegen die Atomanlagen vorgehen zu können, brauchen wir Ihre finanzielle Unterstützung.

Mit der Herausgabe dieser Broschüre möchten wir die Geschichte und die Hintergründe des Gorlebener Atomskandals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Es geht darin nicht nur um haarsträubende Verdrehungen von geologischen Daten, Grenzwerten und Paragraphen. Es geht auch um die vielen unglaublichen Ereignisse und Anekdoten aus zwanzig Jahren leidvoller Erfahrung mit der Atomindustrie – niederschmetternde, empörende, manchmal auch komische Geschichten über persönliche Begegnungen mit Politikern und Betreibern, über die Lilo Wollny wie nur wenige erzählen kann. Auf vielen Veranstaltungen, vor Gruppen und im Freundeskreis hat sie ihre Zuhörer mit ihrer Sachkenntnis und ihrem erzählerischen Talent in den Bann gezogen. Wir haben Lilo Wollny gebeten, die Gorlebener Geschichte aufzuschreiben. Dafür danken wir ihr.

Asta von Oppen für die Rechtshilfegruppe Gorleben. November 1998