Weihnachts-Geschenke-Tipp mit 1004 Teilen

Der Weihnachts-Geschenke-Tipp vom Gorleben Archiv: Puzzel mit 1004 Teilen, limitierte Auflage für 30,-

Außerdem Magnetbuttons mit unterschiedlichen Motiven.

Bei Interesse bitte Kontakt aufnehmen.

Puzzel

Es wird nicht nur gearbeitet im Gorleben Archiv…

Ein launiger Kochabend mit Friedrich Bohlmann in seinem Kochstudio „LeibSpeise“ in Lüchow:

„Ehemalige“ auf 1004 im November 2017

ehemalige auf 1004

von links nach rechts:
Gottfried Mahlke, Rebecca Harms, Gabi Haas, Rainer Brumshagen, Klaus Peeters, Wolfgang Kragler.

und

Niels-Bernd 1004

die Filmmänner vom Film „Der Traum von einer Sache“ (auch etwas älter geworden….):
Niels Bollbrinker und Bernd Westphal

Fotos: Roswitha Ziegler

Buchtip: Hamburg, meine Perle – Fotografien aus den 1940er, 1950er und 1960er Jahren

zint HHIn eindrucksvollen Schwarzweiß- und Farbaufnahmen hielten einige der wichtigsten Hamburger Fotografen (u.a. Germin, Erich Andres, Günter Zint) in den 1940er, 1950er und 1960er Jahren fest, was nach dem Bombenkrieg 1943 kaum jemand für möglich gehalten hätte: Die schwer getroffene Hansestadt war nicht untergegangen, sondern – lebte auf! Der Bildband Hamburg, meine Perle versammelt rund 300 großformatige Fotografien aus den Beständen der Deutschen Fotothek und der persönlichen Sammlung des Fotografen Günter Zint und erzählt von der Wiedergeburt Hamburgs nach dem Krieg.

Köln: Emons Verlag 2017 ISBN 978-3-7408-0230-1
320 Seiten
49,95 Euro

Zint HH-Perle

Sat.1 Regional über das Hüttendorf

In der Sendung 17.30 Uhr befasste sich Sat.1 Regional mit den Grabungen auf dem Hüttendorf (Minute 9.54 bis 14.10): https://hannover.sat1regional.de/montag.html

Bildschirmfoto 2017-11-28 um 23.10.57

mehr zum Grabungsprojekt

Pressegespräch: Promotionsprojekt Archäologische Ausgrabung des Protestcamps „Freie Republik Wendland“

Foto: Thorsten Becker

Foto: Thorsten Becker

Im Rahmen seines zweijährigen Promotionsstipendiums der Graduiertenschule der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg untersucht der Doktorand Attila Dézsi die Hinterlassenschaften der Protestcamps „Freie Republik Wendland“ nahe Gorleben (Niedersachsen) archäologisch. Im Mai 1980 lebten dort vier Wochen lang mehr als 800 Personen und verhinderten so Bohrungen für das geplante Atommüll-Endlager im nahegelegenen Salzstock. Die Räumung des Lagers war der größte Polizeieinsatz der Nachkriegsgeschichte.

In dem Projekt soll rekonstruiert werden, wie das Camp aufgebaut war und vor allem, wie der Alltag dort aussah. Damit wird erstmalig im deutschsprachigen Raum eine archäologische Erforschung der Alltagskultur des späten 20. Jahrhunderts durchgeführt. Durch Voruntersuchungen im April 2017 wurde der Standort des ehemaligen Camps ermittelt. Bei Begehungen konnte nachgewiesen werden, dass trotz der Räumung hunderte Artefakte vor Ort zurückgeblieben sind, welche aus der Zeit der Platzbesetzung datieren und auch inhaltlich dem Ereignis zuzuordnen sind.

Nach der ersten Grabungsphase werden nun erste Ergebnisse vorgestellt. Interessierte Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich eingeladen zum

Pressegespräch anlässlich des Projektes „Freie Republik Wendland“,
am Donnerstag, dem 16. November 2017, um 13 Uhr,
im Gasthof „Trebeler Bauernstuben“, Am Markt 5, 29494 Trebel.
Um Anmeldung wird gebeten.

Bei dem Gespräch, bei dem auch eine Vertreterin des Vorstands des Gorleben Archiv e.V. sowie ein Vertreter der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. anwesend sind, werden das Projekt und erste Zwischenergebnisse vorgestellt.

Ziel der Ausgrabung ist es, zu klären, wie sich die Platzbesetzung und die Räumung durch Bodenbefunde und in Ihnen enthaltene Artefakte vor Ort rekonstruieren lassen. Die Ausgrabung soll dabei unter der Erde erhaltene Überreste verschiedener Hütten dokumentieren. So sollen Aufbau und Funktion verschiedener Hütten verglichen werden, um mit archäologischen Methoden Einblicke in die Sozialstrukturen und das Alltagsgeschehen des Camps zu gewinnen.

Im Zuge des Projektes werden zudem Zeitzeugeninterviews geführt und zahlreiche Fotografien ausgewertet. „Ein besonderer Aspekt der Grabung ist, dass Zeitzeuginnen und -zeugen sowie Anwohnerinnen und Anwohner aus der Region in die Auswertung und Einordung der Funde miteinbezogen werden“, so Dézsi. Die Grabung wird durch einen Förderpreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der „Society for Post-Medieval Archaeology“ unterstützt.

Zum Abschluss der Grabungen

Attila Dézsi am 22. Oktober zum Abschluss der Grabungen:

Grabungen, Freie Republik Wendland, Oktober 2017, Bild: A. Deszi

Grabungen, Freie Republik Wendland, Oktober 2017, Bild: A. Deszi

„Archäologie erforscht menschliche Gesellschaften durch die in Befunden überlieferte materielle Kultur – also jene Dinge, die wir täglich benutzen. Sie kann dabei weitere Quellen hinzuziehen: Schriftquellen, Fotographien und mündliche Überlieferung. Es sollen Geschichten, Ereignisse und soziale Strukturen rekonstruiert werden.

Eine wichtige archäologische Herangehensweise ist die Ausgrabung, welche immer auch eine Zerstörung von Bodenbefunden ist, die uns über den zeitlichen Ablauf und den Kontext darin enthaltene Artefakte Auskunft geben. Daher muss jede Ausgrabung genehmigt werden und die Dokumentation muss die gemachten Beobachtungen festhalten und den zerstörten Befund ersetzen.

Mithilfe von Studierenden der Universität Hamburg und tageweise ehemaligen DorfbewohnerInnen konnte im Oktober die erste Grabungskampagne durchgeführt werden. Nun folgt der nächste wichtige Schritt: die geborgenen Artefakte müssen gereinigt, inventarisiert und die Dokumentation verschriftlicht werden. Die Auswertung und Interpretation dokumentierten Befunde und Objekte stellen einen zentralen Aspekt der Dissertation dar.

Ziel der Ausgrabung war es zu klären, wie sich die Ereignisse der Platzbesetzung und der Räumung durch Bodenbefunde und Artefakte rekonstruieren lassen. Dabei sollen bisherige Überlieferungen zur Platzbesetzung durch Schrift, Bild und Erinnerung miteinander vergleichen und gegenübergestellt werden. Durch die Untersuchung von möglichen Gebäudestandorten kann ein Einblick in den Aufbau und Funktion verschiedener Hütten gewonnen werden, um mit archäologischen Methoden Einblicke in die Sozialstrukturen und das Alltagsleben des Camps zu ermöglichen.

Aber Archäologie forscht nicht nur für sich allein. Sie ist immer im gesellschaftlichen Kontext der Gegenwart verortet und zu verstehen. Daher ist es wichtig zu betonen, dass diese Geschichte nicht nur der Archäologie gehört – sondern eben auch den Menschen, die die Geschichte erlebt haben. Daher war es umso erfreulicher, dass sich an einigen Tagen der Ausgrabung ZeitzeugInnen und AnwohnerInnen Zeit genommen haben, um ums in ihrer Freizeit tatkräftig auf der Ausgrabung zu unterstützen und an der Erforschung Ihrer eigenen Geschichte mitzuwirken. Auch die vielen Besuche, Hilfe bei der Logistik, sowie Kuchen- und Essenspenden konnten den Grabungsteam nicht deutlicher vermitteln, dass sie einen Teil der Geschichte auszugraben, der heute noch immer wichtig ist, bewegt und zum Nachdenken anregt.“

Spiegel: Archäologen erforschen Achtzigerjahre

spiegel-Artikel AtillaJörg Römer hat für Spiegel online einen umfangreichen Artikel über das Ärchologische Forschungsprojekt zur Freien Republik Wendland veröffentlicht: „Ein Forscher gräbt ein Protestcamp nahe Gorleben aus – und berichtet Überraschendes aus dem Leben der Atomkraftgegner.“

Im Interview nimmt der Hamburger Archäologe Attila Dézsi Stellung zu seinem Projekt.

Kolborn bekommt „Marianne-Fritzen-Weg“

Marianne Fritzen Promenade (Hitzacker 2014)Die Einrichtung einer Marianne Fritzen Promenade vor einiger Zeit in Hitzacker scheiterte an der „königlich / niederländischen Übermacht“. Der geneigte Leser kann sich sicherlich daran erinnern….

Was damals nicht gelang, erreichten jetzt die Anwohner des Wohnsitzes von Marianne Fritzen in etwas abgewandelter Form: Ihnen gelang die Umbenennung der alten Straßenbezeichnung Waldwinkel 1-3 in Marianne-Fritzen-Weg 1-3.

Der Weg dorthin sei anhand eines Auszuges aus der EJZ vom April 2017 hier noch einmal skizziert:

„Die Straße Waldwinkel in Kolborn wird in dem Teil, in dem einst Marianne Fritzen lebte, in Marianne-Fritzen-Weg umbenannt. Beantragt hatten das die drei an diesem Straßenstück wohnenden Familien. Fritzen, die im März 2016 starb, habe ’so viele Menschen auf ganz unterschiedliche Art fasziniert und bewegt, dass wir dachten, dass es schön wäre, wenn es außer dem Grab noch eine andere Form der Erinnerung gäbe‘, schrieben sie in ihrem Antrag an die Stadt. 16 der insgesamt 24 Ratsmitglieder stimmten für den neuen Namen -es ist damit in Lüchow die erste Straße, die nach einer Frau benannt ist-, fünf enthielten sich und drei stimmten mit Nein.“

Sicherlich hätte Frau Marianne Fritzen dies vermutlich nicht gewollt, da sie ja zu Lebzeiten auch nicht alle Ehrungen angenommen hat, aber bei der Umbenennung seinerzeit in Hitzacker hat sie doch geschmunzelt. Und so wird sie vermutlich auch wieder schmunzeln. Besucher am Grab in unmittelbarer Nähe des Weges werden dies vielleicht mit einem Augenzwinkern erkennen.

Marianne-Fritzen-Weg (Kolborn, 2017)An dieser Stelle sei den Anliegern für ihren Einsatz und für ihr Engagement für die Umbenennung des Waldwinkels 1-3 in Marianne-Fritzen-Weg 1-3 gedankt. Aber auch der Stadt Lüchow, die in ungewöhnlich kurzer Zeit, dies fast unbürokratisch ermöglicht hat. Dies ist für eine Kommune nicht selbstverständlich, wie andere Beispiele zeigen.

Aber vielleicht ist dies ein Zeichen für die Zukunft bei neuen Straßenbenennungen auch an verdiente Frauen zu denken. Es gibt im Landkreis sicherlich auch noch andere verdienstvolle Mitbürgerinnen, die sich für die Allgemeinheit eingesetzt haben. Also, wer will, schaue sich das neue Straßenschild an.“ (Friedhard Puch)

Einweihungsfest des Straßenschildes, gemeinsam mit den Kindern von Marianne im Juli 2017

Filmprojekt „Gorleben 7“

Die „wendländische Filmkooperative“ startet ein neues Projekt: „Gorleben 7“. Es wird die Archäologische Erforschung der Freien Republik Wendland begleiten. Im Rahmen seines zweijährigen Promotionsstipendiums der Graduiertenschule Geisteswissenschaften der Universität Hamburg wird der Doktorand Attila Dézsi zwischen Oktober 2016 und Anfang 2018 die Hinterlassenschaften der Freien Republik Wendland archäologisch untersuchen.

„(…) der junge Archäologe Attila Dészi gräbt und gräbt und macht Zeitzeugenbefragungen der Bewohner der Freien Republik Wendland, die für 33 Tage bestand, bevor 1004 geräumt wurde. Anlegen könnten wir das Ganze auch als Science Fiction Film, eine Zeitreise. Denn: Weiss man, in welchem Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts Dészi gräbt, und was er alles ans Tageslicht befördern wird? Verblichene zerkratzte Filmrollen in verrosteten Dosen… Gürtelschnallen aus dem 18. Jahrhundert… einen eingestürzten geheimnisvollen Tunnel – der Anfang von Huckys Loch das dieser bis China graben wollte…“ (wendländische Filmkooperative)