Urlaub bis 4. Juni

Vom 22. Mai bis 4. Juni hat das Gorleben Archiv wegen Urlaubs nur sporadisch geöffnet.

Falls kein Mitarbeiter, keine Mitarbeiterin im Archiv ist, dann bitten wir zurückgebrachtes Archiv-Material aus der KLP im BI-Büro abzugeben.

Danke!

Öffnungszeiten während der KLP

Während der Kulturellen Landpartie hat das Gorleben Archiv an folgenden Tagen jeweils von 14-17 Uhr für Besucher geöffnet:

  • Freitag 11.5.
  • Sonntag 13.5.
  • Montag 14.5.
  • Dienstag 15.5.
  • Mittwoch 16.5.
  • Donnerstag 17.5.

Eine kurze Zwischenmeldung nach der Ausgrabung

GruppenfotoGrabung2018_(c)Dezsi+Ziegler

(c) A. Dezsi und R. Ziegler

Vom 7.3. bis zum 21.3.2018 fand die dritte und vorerst letzte archäologische Untersuchung des ehemaligen Geländes der Freien Republik Wendland statt.

Was haben wir gemacht?

Wir (das Ausgrabungsteam) haben im Zentrum des Dorfbereiches eine archäologische Untersuchung durchgeführt und Bauüberreste einer Hütte freigelegt, welche wir auf höchstem Niveau zeichnerisch, fotografisch und dreidimensional durch Vermessungsgeräte dokumentiert haben. Dabei konnten wir aus den Luftbildern des Dorfgeländes entnehmen, wo einzelne Hütten gestanden haben. Gerne hätten wir auch das Freundschaftshaus untersucht – leider ist dieses aber durch die Tiefbohrstelle überbaut worden. Stattdessen haben wir eine Hütte nahe der ehemaligen Küche ausgewählt um unseren Schnitt anzulegen – also die Stelle, an der wir ausschnittsweise systematisch in den Boden graben und prüfen, was sich an der Stelle an Schichtabfolgen und Objekten im Boden archiviert hat.

Um einen solchen Schnitt anzulegen, graben wir vorsichtig mit Schaufeln, Kellen und Pinseln in regelmäßigen Abständen hinab und halten dabei jede beobachtbare Bodenstruktur fest – denn sobald etwas ausgegraben ist, lässt sich dies niemals wieder rückgängig machen: Daher gibt es immer nur den Moment, die Befunde zu sehen und festzuhalten – und dies muss nach professionellen Kriterien erfolgen, damit auch von zukünftigen Generationen nachvollzogen werden kann, was wir im Boden beobachten konnten.

Wer war dabei?

Ein Team aus sechs Studierenden von der Uni Hamburg, Uni Leipzig und der Hochschule für Bildene Künste Hamburg konnte dem eiskalten Wetter von bis zu -8°C, Bodenfrost und gelegentlichem Schneefall trotzen und die komplexen Feldarbeitsschritte vornehmen. Regelmäßig zu Besuch war das Filmteam der Wendländischen Filmkooperative, welche uns nicht nur filmisch begleitet hat, sondern auch die Besuche einzelner ZeitzeugInnen festgehalten hat. Die Begegnung der ZeitzeugInnen mit ihrer Geschichte war sehr bewegend, besonders als die Hütte freigelegt wurde.
Zu Besuch waren auch spontane Besuche und UnterstützerInnen, die uns warmen Tee und Essen vorbeigebracht haben! Auch der Deutschlandfunk war dabei und hat einen Beitrag hier veröffentlicht.

Was haben wir entdeckt?

Durch die sorgfältige Freilegung und Dokumentation konnten wir genau nachvollziehen, was für Ereignisse aufeinander gefolgt sind und im Boden archiviert waren. In dieser Kampagne konnten wir eine Hütte des Protestdorfes freilegen – ihre obere Hälfte wurde durch die Bulldozer zerstört und abgetragen. Dennoch waren in diesem Falle die Bulldozer auch das Glück für das ArchäologInnen-team: Die untere Hälfte der Hütte wurde durch die Planierarbeiten verfüllt und versiegelt. So konnte sich die Hütte erhalten – samt Wänden, Einrichtungsgegenständen, persönlichen und alltäglichen Objekten: Regale, Schlafplätze und Objekte zur Unterhaltung und Nahrungsaufnahme haben wir im Boden vorgefunden, genauso wie sie bei der Räumung vor 38 Jahren zurückgelassen wurden – ein konservierter Zeitmoment.

Wie geht es weiter?

Nach dem Abschluss der Feldarbeit steht nun die eigentliche Arbeit an. So werden u.a. die Funde gereinigt und in eine Datenbank aufgenommen, die Dokumentation wird digitalisiert und für das Denkmalamt verschriftlicht – nur so kann auch in Zukunft nachvollzogen werden, wie vorgegangen wurde und was für Befunde beobachtet wurden.

Diese Dokumentation ist dann die Grundlage für die eigentliche wissenschaftliche Arbeit – so kann die materielle Kultur in Detail untersucht und mit anderen erhobenen Quellen, wie Fotografien aus dem Gorleben Archiv und Interviews mit ZeitzeugInnen der Platzbesetzung gegenübergestellt werden. Es stellen sich derzeit noch viele Fragen: Wie sah der Alltag auf dem Camp aus den jeweiligen Quellenperspektiven aus? Sind die Ideen und Hoffnungen der DorfbewohnerInnen auf eine alternative Zukunft ohne Atomenergie in der Ausgrabung sichtbar oder nur in den Interviews zu fassen? Was bedeutet es, wenn sich die Alltagsobjekte auf dem Camp mit denen außerhalb des Camps ähneln? Welche Bedeutung hat der Fundort für die ZeitzeugInnen, die Region und die Anti-Atomgeschichte allgemein?

Die Ergebnisse und viele weitere Fragen sollen auf einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung im Wendland vorgestellt und diskutiert werden. Bis dahin seht noch viel Arbeit an – aber es wird spannend!

Wer hat uns geholfen?

Die Ausgrabung im Wendland wurde von vielerlei Seiten unterstützt. Die Kosten für die Unterkunft, den Leihtransporter und Diesel, Nahrungsmittel, Grabungsgeräte, Bautoilette und Verbrauchsmaterial für vier volle Arbeitswochen konnten nicht von mir allein getragen werden – nur durch die Unterstützung aus verschiedenen Seiten konnte die Ausgrabung verwirklicht werden.

Wir sind sehr dankbar für die Unterkunft im Tagungshaus Laase, das Fahrzeug des Büros für Angewandte Archäologie und die Toilette der Bürgerinitiative! Unterstützung haben wir durch Fördermittel der Graduiertenschule Geisteswissenschaften und der Universität Hamburg, durch einen Research Grant der Society for Post-Medieval Archaeology und durch Spenden an das Gorleben Archiv von Rebecca Harms sowie Pia und Hendrik Guzzoni aus Freiburg erhalten. Wir danken hier allen sehr ganz besonders auch für die unzähligen Kuchen und Tassen Kaffee der spontanen vielen Besucher der Ausgrabung!

Hamburg, 26.04.2018
Attila Dézsi und Maren Schlingmann

Plakate-Projekt abgeschlossen

contentMit Freude können wir ein weiteres abgeschlossenes Projekt vorstellen: Seit Ende letzten Jahres hat die interessierte Öffentlichkeit Einsicht in einen großen Teil unserer Plakate-Sammlung. Eine Förderung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die enge Zusammenarbeit mit dem Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) hat dieses Projekt ermöglicht.

Ein wichtiger Teilbestand und kulturelles Erbes des Landkreises Lüchow-Dannenberg sind die über 600 unterschiedlichen Plakate aus der Zeit 1976 bis heute, die im Gorleben Archiv lagern.

Bearbeitet sind nun rund 400 Plakate aus über 40 Jahren Protestgeschichte. Anhand dieser Zeitdokumente sind stilistische Entwicklungen, gestalterische Veränderungen der Bild- und Schriftsprache, sowie künstlerische und politische Entwicklungsstadien zu erkennen.

Falls euch etwas auffällt, falls ihr weitere wichtige Informationen wie z.B. Urheber mitteilen könnt, falls ihr Fehler findet – das Gorleben Archiv freut sich über eine Nachricht.

Gleichzeitig sind die Plakate selbstverständlich auch im Archiv-eigenen Augias-Datensystem zu finden und für jeden Besucher im Gorleben Archiv in Lüchow einzusehen.

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Gorleben Archiv – Jahresrückblick 2017/18

Neue Kooperationen und zukunftsweisende Projekte

Für uns im Gorleben Archiv war 2017 ein besonders spannendes Jahr. Vor allem freuen wir uns darüber, dass das Interesse an unserer Arbeit ständig wächst. Auch im vergangenen Jahr sind die Besucherzahlen weiter angestiegen. Kommunalpolitiker, Landtags- und Bundestagsabgeordnete wurden im Gorleben Archiv ebenso empfangen wie ganze Reisegruppen aus der Türkei, Japan oder den USA. Außerdem erreichen uns immer mehr Anfragen – nicht nur von Journalisten oder Buchautoren, sondern sehr oft auch von Studenten und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen.

„Vierzig Jahre nach der Standortbenennung ist es Zeit, den Gorleben-Konflikt auch historisch aufzuarbeiten“, sagte uns einer der Professoren.

zum vollständigen Jahresbericht (pdf)

Mitgliederversammlung – Terminverschiebung!

Liebe Mitglieder und Interessierte,

Aus personellen Gründen müssen wir unsere Mitgliederversammlung leider verschieben.
Neuer Termin: Sonntag 22. April um 15 Uhr in den Räumen des Gorleben Archivs

Wir bitten um Verständnis, das dieses Jahr die Spendenbescheinigungen und der Mitgliederrundbrief etwas später bei euch eintreffen werden.

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde des Gorleben-Archivs,

wir laden Sie herzlich ein zur diesjährigen Jahreshauptversammlung
Sonntag, den 22. April 2018 um 15 Uhr
im Gorleben Archiv in Lüchow, Rosenstr. 17

Tagesordnung:
1. Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
2. Wahl der Versammlungsleitung
3. Genehmigung der Tagesordnung
4. Finanzbericht der Kassenführerin und der Kassenprüfer (umseitig Finanzaufstellung 2017)
5. Jahresbericht des Vorstands und Bericht aus dem Büro
6. Aussprache über Jahresbericht des Vorstands und die zukünftige Arbeit
7. Entlastung des Vorstands
8. Neuwahlen des Vorstands
9. Wahl der Mitglieder des Beirates
10. Wahl des/der Rechnungsprüfer/in für das Jahr 2018
11. Beschluss über Antrag des Vorstands zur Satzungsänderung (siehe Anlage)
Erläuterung: Die aus formalen Gründen ohnehin notwendige Satzungsänderung (§2, Absatz 7) haben wir dazu genutzt, um die Satzung auch an einigen anderen Punkten zu überarbeiten. Es geht dabei nicht um substantielle Veränderungen, sondern Präzisierungen oder verständlichere Formulierungen (Genaueres dazu im Mitgliederrundbrief)
12. Verschiedenes

Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen.

Erfolg für Promotionsprojekt

2017-10-17 Gorleben - 23Anfang Februar war Attila Dézsi mit einem Vortrag über seine aktuelle Arbeit „Archäologische Erforschung der Freien Republik Wendland“ in New Orleans bei der 51. Jahreskonferenz der Society for Historical Archaeology eingeladen.

Mit seinem Beitrag hat er einen zweiten Platz belegt!

Grabungen gehen weiter

Attila gräbt wieder! Vom 7.-21. März ist er wieder im Landkreis und führt seine Arbeiten fort.

BI Südheide / Hermannsburg übergibt Datenbestand

18-02-01@124756_bi-suedheide_gorleben-archiv-luechowWir bedanken uns bei der BI Südheide / Hermannsburg! Am 1. Februar wurde ihr Archiv an unseres übergeben. In dem Bestand befinden sich unter anderem auch wunderbare, geordnete Dias u.a. vom Treck nach Hannover 1979.

Die BI Südheide / Hermannsburg gründete sich 1976, als im nahen Lutterloh ein atomares Entsorgungszentrum geplant werden sollte. „Daher sehen wir die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg als unsere ‚große Schwester'“, schreiben die Aktivist*innen auf ihrer Webseite.

EJZ-Bericht über das Archiv

EJZ 02.2018Unter dem Titel „Für ein Archiv mit Zukunft“ (Printversion) bzw. „Was das Gorleben-Archiv in Lüchow deutschlandweit einmalig macht“ (Online) veröffentlichte die Elbe-Jeetzel-Zeitung am 5. Februar einen Artikel über unser Archiv.

Das Gorleben-Archiv in Lüchow will sich auch mit Hilfe von außen zukunftsfähig machen und besser vernetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Archiv zusammen mit anderen Akteuren eine Rahmenkonzeption erarbeitet, die seit Dezember vergangenen Jahres in einer Endfassung vorliegt…

Chefredakteur Benjamim Piel ging in seinem Text besonders auf die Studie zum Rahmenkonzept des Archives ein.

Der Artikel ist nur für Abonnenten online verfügbar.

 

„Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie!“

Ein Film der zwischen 1978 und 1980 im Wendland entstand. Der Wendland-Neuling Helmut Koch hielt seine Kamera damals auf die Landschaft, die Folklore und den beginnenden Widerstand. Ins Wendland gekommen um Bäume zu pflanzen und zur ersten Blockade von Bauern aus dem Bett getrommelt – um mit seinem Mofa hinter den Treckern zum Lüchower Bahnhof zu hetzen. Zur Blockade der Celler Brunnenbau die das „Deckgebirge“ untersuchen sollte.

Auf der Brandheide an der B 493 hinter Trebel, auf dem „Platz“ der BI – der vom Grafen Bernstoff zur Verfügung gestellt wurde – wurden Bäume gepflanzt; eine Hochzeit in Schmarsau; der „Katastrophenwinter“; eine Demo in Lüchow; die Geschichte einer Fahne; der Niedersachsentag in Lüchow; die 1004-Besetzung und -Räumung und Anderes zeigen die unscharfen, vierzig Jahre alten S-8-Bilder in knapp einer Stunde.

1980 einige Mal gezeigt und dann verstaubt, bis der Film 2017 digitalisiert und von Helmut Koch neu geschnitten und mit Zwischen- und Untertiteln versehen wurde. Er zeigt die Anfänge des Widerstandes aus anderer Perspektive als die Dokumentationen und Spielfilme zum Thema.

Zum 40. Jahrestag der Standortbenennung wurde er nicht fertig. Nun soll er zur KLP im Lüchower Kino zusammen mit vielen anderen Widerstandfilmen laufen. Damit die zur KLP Beschäftigten auch eine Chance bekommen, findet die digitale Premiere am 41. Jahrestag der Standortbenennung, dem 22. Februar, um 20.15 und um 21.30 Uhr im Lüchower Kino statt. Die BI und das Gorleben-Archiv sind mit von der Partie und präsent.

Aufgrund der begrenzten Plätze wird dringen um Reservierung (wendland-Kino.de)gebeten. Eintritt per Hutkasse.