40 Jahre Standortbenennung Gorleben

Bildschirmfoto 2017-05-30 um 21.24.03Am 22. Februar 1977 wurde vom damaligen niedersächsische Ministerpräsidenten Ernst Albrecht Gorleben als Standort eines nuklearen Entsorgungszentrums benannt. Dieses umfasste ein Zwischen- und Endlager für Atommüll sowie eine Wiederaufbereitungsanlage.

Daraufhin gründete sich die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg und es folgte eine Vielzahl unterschiedlichster Aktionen des Widerstands. Aufgrund des vielfältigen Widerstands musste Albrecht schnell erkennen, dass eine Wiederaufbereitungsanlage in Lüchow-Dannenberg politisch nicht durchsetzbar war.

Diese Buchstabenbilder entstanden im Jahre 1980 auf der besetzten Bohrstelle 1004.

(Das Gesicht, das auf diesen Stelltafeln häufiger zu sehen ist, gehört dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Albrecht.
DWK bedeutet Deutsche Gesellschaft zur Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen.)

Die Buchstabenbilder sind während der KLP in Reitze zu sehen.

Für Puzzel-Freunde

Puzzel1Für Puzzel-Freunde: Die Freie Republik Freies Wendland wurde am 3. Mai 1980 ausgerufen. Das Hüttendorf entstand im Bereich der Tiefbohrstelle 1004 auf der Waldbrandfläche bei Gorleben und wurde am 4. Juni durch Polizei und Bundesgrenzschutz geräumt.

  • 1004 Puzzelteile für 30,- Euro (plus Versandkosten)

Wer gern ein Puzzle möchte: Kontakt

3sat nano: Kurz-Zeitreise „Republik Freies Wendland“

atilla 3satAtomkraftgegner bauen 1980 bei Gorleben ein Hüttendorf, sie rufen eine eigene Republik aus. Nicht lange her, doch sind die Überreste bereits ein Thema für die Archäologie.

„Es ist ein wichtiger Ort der Demokratie-Geschichte der Bundesrepublik“, erklärt der Archäologe Attila Dézsi, der seine Doktorarbeit darüber schreiben will. Er bekam dafür ein zweijähriges Stipendium der Universität Hamburg. Der Ort sei bedeutsam auch für die Wende in der Energiepolitik, betonte Dézsi. „Das ist kulturelles Erbe der Menschen.“ Die „zeitgeschichtliche Archäologie“ gebe es hierzulande erst seit zehn Jahren.

zum Beitrag auf 3sat.de: ArtikelVideo (3min)

Gorleben Achiv e.V. auf der Kulturellen Landpartie

Bildschirmfoto-2017-04-12-um-17.00.23Während der Kulturellen Landpartie vom 25. Mai – 5. Juni ist das Gorleben Archiv an einigen Veranstaltungsorten mit Informationen oder Ausstellungsstücken wie z.B. in Sipnitz, Neu Darchau, Bülitz und Küsten vertreten.

Die Räumlichkeiten des Archivs sind am Montag 29.5., Dienstag 30.5. und Samstag 3.6. von 11-15 Uhr für Besucher geöffnet.

Am Donnerstag den 1.6. laden wir zu einer Veranstaltung in Klein Witzeetze ein. Von 16-18 Uhr werden Zeitzeugen aus 40 Jahren über den Protest um die Atomanlagen in Gorleben berichten. (mehr Informationen zum politischen KLP Punkt Klein Witzeetze Nr. 6 unter http://kw6.info/)

Am Freitag den 2.6. finden Sie uns auf dem „Gorleben Tag“ an den Anlagen.

Auf den Spuren der „Republik Freies Wendland“

ndrDas NDR-Magazin „DAS!“ berichtete am 26.04.2017 über die Arbeiten von Attila Dézsi, der in Zusammenarbeit mit dem Gorleben Archiv die Geschichte eines Staates erforscht, der gerade mal 33 Tage existierte: die „Republik Freies Wendland“. Der Doktorand möchte die Fläche archäologisch untersuchen.

das NDR-Video ist leider nicht mehr online verfügbar.

weitere Informationen: Archäologische Erforschung der Freien Republik Wendland

Gorleben Archiv im Aufwärtstrend: Anlaufstelle für Wissenschaftler und Medienmacher

Gorleben Archiv e.V.
Pressemitteilung vom 25. April 2017

Jahreshauptversammlung 2017

Das Gorleben Archiv in Lüchow entwickelt sich zunehmend zu einer Anlaufstelle für Wissenschaftler und Medienmacher der unterschiedlichsten Bereiche. Wie Archivleiterin Birgit Huneke kürzlich auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Vereins berichtete, hat sich dieser Trend im letzten Jahr noch einmal verstärkt. Eine wachsende Zahl an Besuchern aus dem In- und Ausland nutzten den umfangreichen Bestand der Einrichtung für ihre Recherchen – darunter auffallend viele Studenten, Buchautoren, Dokumentarfilmer und Journalisten. Teilweise arbeiteten sie mehrere Tage lang in den Räumen des Archivs. So wie der Archäologe Attila Dézsi, dessen Forschungsprojekt aus dem Fachbereich Zeitgeschichtliche Archäologie schon jetzt für großes Medieninteresse sorgte. Ausgestattet mit einem Promotionsstipendium der Universität Hamburg wird Dézsi die Hinterlassenschaften der Freien Republik Wendland auf der ehemaligen Bohrstelle 1004 wissenschaftlich untersuchen und sich dabei auch auf die große Fotosammlung des Gorleben-Archivs stützen.

No Panic – Udo Lindenberg ist neues Mitglied im Gorleben Archiv

Nicht nur die steigende Nachfrage, auch den Zuwachs an Mitgliedern und Aktiven wertete die Vereinsvorsitzende Gabi Haas „als eine schöne Bestätigung für die Arbeit des Gorleben-Archivs“. So ist das Team der Ehrenamtlichen inzwischen auf neun feste Mitarbeiter angewachsen, von denen jeder einen bestimmten Bereich wie etwa Filme, Fotos, Plakate oder einen persönlichen Nachlass bearbeitet. Der Aufwärtstrend spiegelt sich auch in der Zahl der Mitglieder wieder, die sich seit Anfang 2016 um rund zwanzig auf inzwischen 180 erhöht hat. Auf einen prominenten Neuzugang sind die Archivler besonders stolz – Panikrocker Udo Lindenberg. Der Mann mit Hut und den alten Verbindungen zu wendländischen Künstlerkreisen hat seinen Eintritt ins Gorleben Archiv sogar auf einem Flyer mit einem original handsignierten Selbstbildnis bestätigt. Zitat: „No Panic – ich werde Mitglied.“

Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Gorleben-Archivs

Auch die Arbeit an den verschiedenen Langzeitprojekten des Archivs ist, wie Huneke berichtete, gut vorangekommen und konnte teilweise sogar abgeschlossen werden – etwa die Rettung von fast 300 alten Tondokumenten oder die Digitalisierung von rund 400 Plakaten zum Thema Gorleben in Kooperation mit dem Kulturerbe Niedersachsen. Doch trotz guter Stimmung, erfolgreicher Arbeit und einem kleinen, wenn auch längst verplantem Finanzüberschuss von rund 9.500 Euro – den Ausgaben von rund 48.300 Euro stehen Einnahmen in Höhe von rund 57.800 Euro gegenüber – ist das Gorleben Archiv nicht frei von Existenzsorgen. Im Gegenteil: Nur durch Spenden gelingt es dem Verein, sich Jahr für Jahr über Wasser zu halten.

„Wir brauchen ein Gesamtkonzept, damit die Arbeit des Gorleben-Archivs auch zukünftig gesichert ist“, sagte Gabi Haas.

Große Hoffnungen setzt der Vorstand dabei auf ein Team von Wissenschaftlern der Leibniz Universität Hannover, das zurzeit genau eine solche Rahmenkonzeption zur Weiterentwicklung und langfristigen Finanzierung des Gorleben-Archivs erarbeitet. Mit den Ergebnissen dieser vom Lüneburgischen Landschaftsverband geförderten Studie rechnet der Verein noch in diesem Jahr.

KLP-Veranstaltung: Zeitzeugen berichten aus vierzig Jahren Widerstand gegen die Atomanlagen

Die Geschichte des Widerstands gegen die Gorlebener Atomanlagen hat viele Kapitel. Wer erinnert sich noch an die erpresserischen Kaufangeboten und Bespitzelungen der DWK vor vierzig Jahren? Wie war das eigentlich genau, als sich die Landwirte aufmachten zum legendären Treck nach Hannover? Die Besetzung der Bohrstelle 1004, die Einbetonierung auf den Gleisen, die Massenblockaden und Kunstaktionen, die Kriminalisierung des Widerstands und rechtswidrigen Polizeiaktionen – wie haben es die Beteiligten damals erlebt, wie haben sie das Wendland bis heute geprägt?

Auf einer Veranstaltung des Gorleben Archivs werden der Grundbesitzer Andreas Graf von Bernstorff, Landwirt Hans-Werner Zachow, die Künstlerin Uta-Helene Götz, Anti-Atom-Aktivist Olli Rausch und andere Zeitzeugen über ihre ganz persönlichen Erfahrungen berichten – mehr als ein Rückblick auf 40 Jahre Widerstand.

  • Veranstaltung in Klein Witzeetze 6, Donnerstag 1. Juni, 16:00-18:00 Uhr
    Ein Vortrag mit Zeitzeugen von und mit dem Gorleben Archiv (Hutkasse)
  • weitere Infos: kw6.info

Grüne spenden 1.000 Euro für das Gorleben-Archiv

„Die Anti-Atombewegung ist Teil unserer grünen DNA“, so der Landesvorsitzende der Grünen in Niedersachsen, Stefan Körner – und übergab am Wochenende eine 1000-Euro-Spende an das Gorlebenarchiv. Weiterlesen

Ausstellung im Landtag

40 Jahre sind seit der Benennung Gorlebens als Endlagerstandort vergangen. Nun soll eine neue Endlagersuche die bestmögliche Sicherheit für die Atommüllentsorgung gewährleisten. Doch hält die neue Endlagersuche, was sie verspricht? Über 70 Interessierte folgten der Einladung der Grünen-Fraktion in den niedersächsischen Landtag, um einen Tag nach der Standortbenennung vor 40 Jahren diese Frage zu erörtern.

Eine Ausstellung mit Dokumenten und Plakaten aus dem Gorleben-Archiv flankierte die Veranstaltung.

Ausstellung Landtag Ausstellung Landtag

Mitgliederversammlung

Am 2. April findet die Mitgliederversammlung des Gorleben Archiv e.V. statt. Neben Mitgliedern des Vereins sind auch Freund*innen herzlich eingeladen, sich anlässlich dieses Treffens in unserem Verein zu engagieren.

Neben den Neuwahlen des Vorstands, der Beiräte und des Rechnungsprüfers für das Jahr 2017 steht die Abstimmung einer Satzungsänderung auf der Tagesordnung:

Top 11. Beschluss über Antrag des Vorstands zur Satzungsänderung
Die aus formalen Gründen ohnehin notwendige Satzungsänderung (betr. § 2, letzter Punkt: Verbleib des Vereinsvermögen bei Auflösung des Vereins) haben wir dazu genutzt, um die Satzung auch an einigen anderen Punkten zu überarbeiten. Es geht dabei nicht um inhaltliche, sondern nur um sprachliche Korrekturen bzw. verständlichere Formulierungen.

Jahreshauptversammlung des Gorleben Archiv e.V.

Sonntag, den 2. April 2017 um 15 Uhr
im Gorleben Archiv in Lüchow, Rosenstr. 17

Tagesordnung:

  1. Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Wahl der Versammlungsleitung
  3. Genehmigung der Tagesordnung
  4. Finanzbericht des Kassenwarts und der Kassenprüfer/innen
  5. Jahresbericht des Vorstands und Bericht aus dem Büro
  6. Aussprache über Jahresbericht des Vorstands und die zukünftige Arbeit
  7. Entlastung des Vorstands
  8. Neuwahlen des Vorstands
  9. Wahl der Beiräte
  10. Wahl der Rechnungsprüfer für das Jahr 2017
  11. Beschluss über Antrag des Vorstands zur Satzungsänderung
  12. Verschiedenes

Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen.
Gabi Haas (1. Vorsitzende)