Ausstellung im Landtag

40 Jahre sind seit der Benennung Gorlebens als Endlagerstandort vergangen. Nun soll eine neue Endlagersuche die bestmögliche Sicherheit für die Atommüllentsorgung gewährleisten. Doch hält die neue Endlagersuche, was sie verspricht? Über 70 Interessierte folgten der Einladung der Grünen-Fraktion in den niedersächsischen Landtag, um einen Tag nach der Standortbenennung vor 40 Jahren diese Frage zu erörtern.

Eine Ausstellung mit Dokumenten und Plakaten aus dem Gorleben-Archiv flankierte die Veranstaltung.

Ausstellung Landtag Ausstellung Landtag

Mitgliederversammlung

Am 2. April findet die Mitgliederversammlung des Gorleben Archiv e.V. statt. Neben Mitgliedern des Vereins sind auch Freund*innen herzlich eingeladen, sich anlässlich dieses Treffens in unserem Verein zu engagieren.

Neben den Neuwahlen des Vorstands, der Beiräte und des Rechnungsprüfers für das Jahr 2017 steht die Abstimmung einer Satzungsänderung auf der Tagesordnung:

Top 11. Beschluss über Antrag des Vorstands zur Satzungsänderung
Die aus formalen Gründen ohnehin notwendige Satzungsänderung (betr. § 2, letzter Punkt: Verbleib des Vereinsvermögen bei Auflösung des Vereins) haben wir dazu genutzt, um die Satzung auch an einigen anderen Punkten zu überarbeiten. Es geht dabei nicht um inhaltliche, sondern nur um sprachliche Korrekturen bzw. verständlichere Formulierungen.

Jahreshauptversammlung des Gorleben Archiv e.V.

Sonntag, den 2. April 2017 um 15 Uhr
im Gorleben Archiv in Lüchow, Rosenstr. 17

Tagesordnung:

  1. Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Wahl der Versammlungsleitung
  3. Genehmigung der Tagesordnung
  4. Finanzbericht des Kassenwarts und der Kassenprüfer/innen
  5. Jahresbericht des Vorstands und Bericht aus dem Büro
  6. Aussprache über Jahresbericht des Vorstands und die zukünftige Arbeit
  7. Entlastung des Vorstands
  8. Neuwahlen des Vorstands
  9. Wahl der Beiräte
  10. Wahl der Rechnungsprüfer für das Jahr 2017
  11. Beschluss über Antrag des Vorstands zur Satzungsänderung
  12. Verschiedenes

Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen.
Gabi Haas (1. Vorsitzende)

Ein Spiegel der Protest-Jahrzehnte

Die Künstlerin Uta-Helene Götz führte in Trebel sehr persönlich in eine Plakatausstellung ein. Die Plakate legen Zeugnis darüber ab, wie viel Kreativität von Beginn an im Protest gegen die Atomanlagen in Gorleben gesteckt habe. (aus der Elbe Jeetzel Zeitung zu unserer Plakatausstellung)

Parallel läuft noch bis zum 10.3. eine Ausstellung im Kreishaus Lüchow.

Informationsveranstaltung zur Archäologische Erforschung der Freien Republik Wendland

In einem kleinen Vortrag stellte Attila Dézsi am 25. Februar attilain Platenlaase sein Projekt und erste Ergebnisse vor.

Er lädt herzlich zum Mitmachen ein: Ob gemeinsames Suchen und Vermessen, Schubkarrenschieben, Funde waschen und interpretieren oder Erinnerungen erzählen. Vieles ist möglich: Lasst uns Geschichte schreiben!

weitere Infos zu der Archäologischen Erforschung hier

 

 

40 Jahre Gorleben: „Botschafter*innen“ für vier Widerstands-Generationen

Am Samstag, 18. Februar, standen am Aktionstag „Rückbau statt Rückschau – 40 Jahre Gorleben!“ vier Widerstands-Generationen auf der Bühne.

Gesine Wiese, 16 Jahre aus Gedelitz gemeinsam mit ihrer Freundin Jil Petersen

PortraitHallo, ich bin Gesine Wiese, bin 16 Jahre alt und wohne nichtmal 2 Kilometer von hier entfernt in Gedelitz.

Den Widerstand gegen die Castortransporte habe ich seit dem ich klein war immer hautnah miterlebt und an einigen Aktionen und Schülerdemos teilgenommen. Mit mir ist jetzt die vierte Generation in unserer Familie gegen Atomkraft.

Eigentlich müsste es doch jedem klar sein, dass diese Technologie menschenverachtend ist und viele Menschenleben und Familien auf Generationen zerstört wie in Tschernobyl und Fukushima. Und trotzdem produzieren wir jährlich pro Reaktor 20-30 Tonnen weiteren hochradioaktiven Müll, der uns noch viele Generationen verfolgen wird. Und er verschwindet auch nicht einfach so.

Deshalb sollten wir uns jetzt dafür einsetzen, dass die Atommüllproduktion gestoppt wird! Sonst geht alles auf Kosten der zukünftigen Generation.

Heinrich Pothmer, 63 Jahre aus Teichlosen

Bild: kina.becker@pictonet.de

Bild: kina.becker@pictonet.de

An diesen Tagen vor 40 Jahren hab ich das erste Mal in meinem Leben eine Treckerdemonstration angemeldet und mit einigen Kollegen in Lüchow angeführt. Damals haben nur wenige erfassen können, was da auf uns zukommen sollte. Das wir auch 40 Jahre später immer noch hier sind und widersprechen und widerstehen müssen – das konnte damals auch niemand ahnen. Seit diesem überheblichen Fingerzeig eines Ministerpräsidenten auf einer Landkarte haben sich das Leben um Gorleben und auch meines verändert, aber nicht nur zum schlechteren. Wir alle sind viel wachsamer und kritischer geworden. Prof. Robert Jungk hat während des Hannovertrecks gesagt: „Nur im Krieg wird mehr gelogen als bei der Atomindustrie.“ Das war zwar vor Trump, aber noch heute wird bei dem Thema bestritten und gelogen wie eh und je.

Aus einer Region mit politischen Analphabetentum ist ein politischer Brennpunkt geworden, und bis heute geblieben, der uns alle geprägt hat. Da der Landkreis heute mehr alternative Energie erzeugt, als er selbst verbraucht, das der Anteil ökologischer Landwirtschaft hier höher ist als irgendwo sonst, hat auch mit Gorleben zu tun, diesem Synonym von Größenwahn und Menschenverachtung.

Mit unserem Widerstand haben wir der Gesellschaft viel erspart, wenn wir an die ursprünglichen Pläne um Gorleben denken. Nur wenige danken uns das. Aber es wird immer noch Atommüll produziert obwohl niemand weiß wohin damit, obwohl wir wissen das es Gorleben nicht sein kann und wird. Kein Bauer bekommt eine Genehmigung für seinen Stall wenn er nicht nachweisen kann, das er den Mist ordentlich entsorgt. Beim Atommüll, der zigtausende Jahre strahlt soll das nicht gelten? Tschernobyl und Fukushima haben noch einmal sehr deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft ganz besonders betroffen ist bei radioaktiver Verseuchung. Ackerland kann man nicht evakuieren! Trotzdem kam und kommt keine Unterstützung vom Bauernverband. So wacker und so unerschütterlich die „Bäuerliche Notgemeinschaft“ in diesen 40Jahren den Widerstand mit geprägt hat, so unterwürfig und käuflich hat sich der Bauernverband dargestellt, eine Schande.

Wir alle dürfen ein wenig stolz sein auf unsere Unbeugsamkeit, auf unsere Kreativität und unser Durchhaltevermögen. Und hier auch auf unsere Kinder, die all das schon mit der Muttermilch aufgesogen haben, und ob hier lebend oder woanders, immer ein besonderes Verhältnis zum Wendland haben werden.

Anne Peters, 80 Jahre aus Höhbeck

Anne Peters80JahreLiebe Leute, liebe Freunde alt und jung!

Ich heiße Anne Peters und ich möchte Heute und hier etwas sagen für die Gruppe der Alten im Gorleben Widerstand. Die Jungen blicken meist nach vorn, in die Zukunft, in ihre Zukunft. Die Alten blicken oft zurück in die Vergangenheit, in ihre Vergangenheit. Und das ist hier im Wendland auch die Vergangenheit, die Geschichte des Widerstandes.

Vor 20 Jahren, im Februar 1997, feierten wir mit einem Festprogramm im Schützenhaus in Dannenberg „20 JahreBI“ und der große Saal war rappel voll! Unteranderen berichtete die Ini60 über sich, mit einem Lied nach einer Melodie von Udo Jürgens. Im Refrain sangen wir: „….mit über 60 Jahren da fühlen wir uns frei….“ Und das stimmte auch wirklich. Denn manches, was bei den Jungen nicht ging, erlaubten sich die grauhaarigen Alten mit gelassener Selbstverständlichkeit. Z.B. waren Polizisten von uns eher ansprechbar. So konnten wir, wenn es brenzlig wurde bei Jugendlichen, die auf der Straße saßen, oft beruhigend eingreifen, auf beiden Seiten, ohne nachzugeben. Oder, wenn es um Nachschub mit Verpflegung ging, kam ich mit meinen Stullen, Kuchen und Suppentöpfen immer durch, auch wenn die Straßen gesperrt waren. Manchmal bekam ich Polizeibegleitung, hin und zurück. Oder wenn wir vor Castortransporten mit der Ini60 auf der Kreuzung in Nebenstedt in die Autos vor der Ampel Info-Zettel verteilten und sofort ein Polizeiauto erschien. „Wer ist hier verantwortlich?“ „Wir sind alle verantwortlich.“ „Wo haben Sie ihre Genehmigung?“ „Die brauchen wir nicht. Wir machen das immer so. Wir dürfen das!“ So können graue Haare auch manchmal ein Vorteil sein.

Im Februar 1984 schlossen sich einige engagierte Alte zur „Ini60“ zusammen. Ich war zwar damals noch nicht über 60, aber mein Mann Helmuth. Wir alle konnten uns an den 2.Weltkrieg und sein Ende mit Schrecken erinnern. Und wir wollten nicht, dass uns später unsere Kinder und Enkel fragen können: „Was habt ihr damals getan? Was habt ihr gegen den Atomwahnsinn und gegen die Atommafia getan?“ Das trieb uns um, das trieb uns an, das trieb uns zum Protest und auf die Straße!
Die Meisten von damals leben heute nicht mehr, es ist nur noch ein kleines Grüppchen der streitbaren Alten übrig. Wer kennt heute noch die alten Namen der Alemans, Quisens, Scheibners, Brückners, Wollnys, Drudes, Cyraniks, Fritzens und, und, und….. wie gut das es das Gorleben Archiv gibt!

Was uns tröstet in dem ganzen Elend ist, dass der Protest weitergeht, bis wir unser Ziel erreicht haben. Hoffentlich! Unsere Familie ist mit drei Generationen im Widerstand – auch wenn sie nicht alle im Wendland wohnen.

Aufhören möchte ich mit der letzten Strophe von unserem Ini60-Song, zum 20 Jahre-BI-Fest.
„Die Jungen und wir Alten, wir stehen Hand in Hand! Seit über 20 Jahren bleibt bunt der Widerstand. Wir sind hier alt geworden, die Haare werden grau, wir sind die alten Hasen und wissen ganz genau: Wenn wir gewinnen wollen, dann kommt`s auf jeden an! Wir halten fest zusammen, egal ob Frau, ob Mann“

Fritz Pothmer, 32 Jahre aus Teichlosen

Bild: kina.becker@pictonet.de

Bild: kina.becker@pictonet.de

Ich kenne das Wendland nur mit der Auseinandersetzung um Gorleben. Mit Polizeigewalt, Hausdurchsuchungen und Bespitzelung – aber auch mit Kultureller Landpartie, als kreativen Hotspot und mit einem hohen Maß an Lebensqualität. Der Protest hat die Menschen hier verändert, zusammen geschweißt – und mich geprägt.

An die ersten Demos zu denen ich mit war, kann ich mich nicht erinnern. Das erste Erlebnis was sich aber eingebrannt hat, war der Castortransport 1995. Meine Eltern, Eltern von Freunden, Lehrer, alles für mich damals vertrauenswürdige Personen, wurden vor meinen Augen von Wasserwerfern von der Straße gefegt. Da wurden für einen Elfjährigen natürlich Fragen aufgeworfen – ich war empört aber auch interessiert. Und ich habe mich informiert.

Harrisburg, Tschernobyl, später Fukushima: Diese Technik ist nicht beherrschbar und muss sofort abgeschaltet werden.

Morsleben stürzt ein, die Asse säuft ab: So leichtfertig kann man mit den tausende Jahre strahlenden Müll nicht umgehen.

Mit welchem Irrsinn und welchem Leichtsinn die Politik mit dem Thema umgeht, konnte ich als Kind nicht glauben und kann ich bis heute nicht fassen.

Ich stehe heute hier als dritte Generation im Widerstand, als Mitglied der Bäuerlichen Notgemeinschaft aber vor allem als Familienvater, denn es geht um nichts Weniger, als um das Lebensrecht unserer Kinder und Kindeskinder.

Der Widerstand hat in den 40 Jahren viel erreicht. Heute stellen wir die Mehrheit der Bevölkerung. Viele Atomkraftwerke sind dank euch nicht gebaut oder nicht ans Netz gegangen. Die Wiederaufbereitungsanlage wurde nicht gebaut und wenn auch viel zu spät werden die deutschen Atomkraftwerke in den nächsten Jahren abgeschaltet.

Doch wir müssen wachsam bleiben, denn ohne unseren Einsatz werden skrupellose Konzerne und taubblinde Politiker weitere Nägel in die Särge unserer Kinder schlagen.

Gorleben wurde seit Jahrzehnten nicht nur erkundet sondern schon angefangen als Endlager auszubauen, obwohl schon nach den ersten Probebohrungen klar war, dass der Standort nicht geeignet ist. Und auch weitere Erkenntnisse wie das Vorkommen von Erdgas oder das lückenhafte Deckgebirge haben der Irrfahrt kein Ende gemacht.

Im Entwurf zum Endlagergesetz geht es wieder nicht um Sicherheit. Jedes Zugeständnis soll hingenommen werden um Gorleben im Rennen zu lassen.

Das werden wir nicht hinnehmen. Gorleben soll leben!

Finn Meyer, 10 Jahre aus Schmölau

40 Jahre StandortbenennungIch heiße Finn Meyer und bin 10 Jahre alt.
Ich bin gegen Atomkraft!
Und habe schon auf vielen Demos dagegen protestiert.
Zusammen mit meinen Eltern und meinen Großeltern.
Auch mein Urgroßvater Herman Meyer hat schon mit unserem uralten Trecker gegen Atommüll in Gorleben protestiert. Darauf bin ich stolz.

Elisabeth Gäde, 15 Jahre aus Prezelle

Hallo, ich bin Elisabeth Gäde und 15 Jahre alt. Ich komme auch von hier und zwar aus Prezelle. Die Generationen vor uns haben viel erreicht. Sie haben erreicht, dass in Gorleben kein nukleares Zentrum mit AKW und WAA entstanden ist. Sie haben erreicht, dass unser Widerstand kein lokales Problem geblieben ist. Sie haben Lügen aufgedeckt und die Castortransporte schön teuer gemacht. Der letzte Castortransport war 2011 – da war ich neun.

Seitdem ist es ruhiger geworden im Wendland. Aber der Kampf ist noch lange nicht vorbei!

Wolfgang Schukrafft ist tot

Wir sind traurig.
Er war schon beim Hannover Treck dabei.
wolfgang

Vielfältige und kreative Protestkultur: Ausstellungen zu 40 Jahre Gorleben

Zwei Ausstellungen des Gorleben Archivs blicken zurück auf vierzig Jahre Widerstand in den Regionen um Gorleben und Hermannsburg.

Am 22. Februar 1977 – vor genau vierzig Jahren – wurde Gorleben überraschend zum Standort für ein gigantisches Atomzentrum benannt. Es war der Beginn einer der bedeutendsten Protestbewegungen der Nachkriegsgeschichte, die nicht nur die nationale Energiepolitik, sondern auch die Region Lüchow-Dannenberg nachhaltig verändert hat. Über vier Jahrzehnte hat sich im Wendland eine breite, vielfältige und kreative Protestkultur entwickelt, die in Deutschland vermutlich einzigartig ist.

Eine Geschichte, die sich auf ähnliche Weise auch am ursprünglich geplanten Standort Lutterloh, in der Umgebung von Hermannsburg, vollzog. Auch hier formierte sich im Frühjahr 1976 – nachdem die Pläne publik geworden waren – eine breite Bürgerbewegung gegen die Atomanlagen, die ihre politischen Ziele bis heute beharrlich verfolgt. Seit vierzig Jahren unterstützt die BI Südheide den wendländischen Widerstand, engagiert sich gegen Atomstrom, für alternative Energien, Natur- und Umweltschutz. Sie ist zu einer Institution geworden, die aus der Region nicht mehr wegzudenken ist.

Von Lutterloh bis Gorleben – eine Standortentscheidung und ihre Folgen

Vierzig Jahre Protestbewegung, das ist auch eine Erfolgsgeschichte – ob in Gorleben oder Hermannsburg. Anlässlich des 40. Jahrestags der Standortbenennung hat das Gorleben Archiv in Lüchow und Trebel zwei Ausstellungen organisiert, die sich mit der Chronik des Widerstands auf sehr unterschiedliche Weise befassen. Im Kreishaus in Lüchow ist es eine Sammlung von Infotafeln, Kurzvideos, Zeitzeugen-Interviews oder Filmaufnahmen, die die bewegte Geschichte der BI Südheide und ihre Bedeutung für den Gorleben- Widerstand auf eindrucksvolle Weise dokumentiert.

Plakatkunst in Trebel – ästhetischer Streifzug durch 40 Jahre Widerstand

Die Ausstellung in Trebel widmet sich dagegen allein den kreativen Aspekten der Gorlebener Protestbewegung. In den künstlerischen Werkstätten von Ernst von Hopffgarten präsentiert das Gorleben Archiv eine Auswahl seiner umfangreichen und wohl einzigartigen Plakatsammlung – über 400 Werke aus 40 Jahren, die sich ausschließlich mit den Themen Gorleben und Atomkraft befassen und ein breites künstlerisches Spektrum widerspiegeln. Zu sehen sind Plakate von Laien genauso wie von professionellen Grafikern und bekannten Künstlern – Offsetdrucke, Siebdrucke oder Lithographien. Es geht um Aufrufe zu Demonstrationen oder Blockaden, politische Bekenntnisse oder Kunstaktionen – ein ästhetischer Streifzug durch die 40jährige Geschichte des Gorlebener Widerstands. Eröffnet wird die Ausstellung mit einem Beitrag der bekannten Lüchow-Dannenberger Grafikerin und Malerin Uta-Helene Götz, die selbst einige der Plakate gestaltet hat.

Was wann wo:

  • 40 Jahre BI Südheide – eine Ausstellung in Lüchow im Foyer des Kreishauses, vom 20.02. bis 09.03., Öffnungszeiten: Mo. bis Do. 8.30-16 Uhr, Fr. 8.30-12.30 Uhr.
  • Plakatausstellung des Gorleben Archivs in Trebel in den künstlerischen Werkstätten bei Ernst von Hopffgarten, Eröffnung am Sa, den 18. Februar um 18 Uhr mit einem Beitrag von Uta-Helene Götz.
    Öffnungszeiten: Sa, 18.02., 17–19 Uhr. Mi, 22.02., 16–18 Uhr. Sa, 25.02., 15–17:30 Uhr. So, 26.02., 14-16 Uhr.

Wendolina

Als am 8.5.1996 ermüdete und von Wasserwerfern durchnässte Atomkraftgegner völlig resigniert nach der Blockade des zweiten Castor-Transportes vom Zwischenlager Gorleben nach Lüchow zurückkehrten, gab es ein positives Zeichen. Auf dem Jeetzeler Berg ging die erste Windkraftanlage des Wendlandes in Betrieb. Weiterlesen

40 Jahre Standortbenennung Gorleben – 40 Jahre Widerstand

Bundestag-Niedersachsens-Ministerpraesident-Ernst-Albrecht-CDU-zeigt-1977-auf-einer-Landkarte-den-Standort-Gorleben-im-Kreis-Luechow-Dannenberg-300x22540 Jahre, so lange ist es jetzt schon her, dass der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht Gorleben per Fingerzeig zum “Nuklearen Entsorgungszentrum” erklären wollte.

40 politisch bewegte Jahre liegen hinter uns, viele bewegte Jahre werden noch vor uns liegen. Zwar ist jenem 22. Februar 1977 vieles verhindert worden: eine Wiederaufarbeitungsanlage, eine Brennelementefabrik, und so bleibt derzeit eine Pilotkonditionierungsanlage, die den “heißen” Betrieb nicht aufgenommen hat, ein Endlagerbergwerk ohne Atommüll, ein Fasslager mit Rostfässern und in der Castorhalle mit 420 Stellplätzen stehen “nur” 113 Castoren.

Wir haben Geschichte geschrieben, Atom-Ausstiegsgeschichte. Doch es ist weiter Aufklärung und Widerstand nötig! Im Wendland ist eine Protestkultur gewachsen, die sich als soziale Bewegung verankert hat.

Wir feiern die Erfolge und schöpfen Kraft für kommende Aufgaben: den Atomausstieg vorantreiben, Atommüll sicherst und nicht billigst lagern lassen, unnütze Atomtransporte beenden, die Energiewende vollenden.

Das Februar-Programm

Bürgerinitiative Umweltschutz, Bäuerliche Notgemeinschaft & Gorleben Archiv

Samstag, 18. Februar

Aktionstag “Rückbau statt Rückschau – 40 Jahre Gorleben!”

Trecker-Konvois von den Kreiseln Streetz und Lüchow (Küsten/Grabow) Richtung Gorleben

  • 11.30 Uhr – Treffen Streetz/Dannenberg – Abfahrt 12.00 Uhr
    Route => B216 Lüggau – Dannenberg Jeetzelallee – Dannenberg Gartower Str. – L256 Nebenstedt – Splietau – Klein Gusborn – Grippel – Laase – Gorleben
  • 11.30 Uhr – Treffen Lüchow (B493/B248/Dannenberger Str.) – Abfahrt 12.00 Uhr
    Fahrtrichtung Innenstadt Lüchow/Neuer Rewe Markt
    Route => Dannenberger Str. – Lüchow Drawehner Str. – Lange Str. – Tarmitzer Str. – Seerauer Str. – K2 – Künsche – Dünsche – Gedelitz – GorlebenWeitere Fahrzeuge willkommen!
  • 13.00 – 15.30 Uhr – Kundgebung in Gorleben mit Musik, Reden und Suppe
    Kurze Statements von vier Generationen: Anne Peters, Heinrich Pothmer, Fritz Pothmer, Gesine Wiese aus Gedelitz
  • 16.00 Uhr – Klönschnack mit Kaffee und Kuchen in den Trebeler Bauernstuben
  • 17.00 Uhr – Künstlerische Werkstätten in Trebel bei Ernst von Hopffgarten. Plakat-Austellung des Gorleben Archivs
  • 18.00 Uhr – Ausstellungs-Eröffnung mit einem Redebeitrag von Uta-Helene Götz.

Ab Montag, 20. Februar

Kreishaus Lüchow – Ausstellung “40 Jahre BI Südheide”, durch deren Engagement in Lutterloh und Mitwirkung in Gorleben, die Gründung der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. erfolgte.

Mittwoch, 22. Februar

  • 16.00 – 18.00 Uhr – Künstlerische Werkstätten in Trebel bei Ernst von Hopffgarten Plakat-Austellung des Gorleben Archivs
  • Podiumsdiskussion:
    „Gorleben: Vier Jahrzehnte vergeudete Zeit – Wo ist der Atommüll in 40 Jahren?“
    19.00 Uhr Gasthaus Sültemeier, DünscheEinleitung: Wolfgang Ehmke (BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg)
    Moderation: Kerstin Rudek (BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg)
    Podium: Hanna Poddig (Contratom) / Ursula Schönberger (atommüllreport/AG Schacht KONRAD) / Jochen Stay (.ausgestrahlt) / Hans-Werner Zachow (Bäuerliche Notgemeinschaft Lüchow-Dannenberg) / Martin Donat (BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg)

Donnerstag, 23. Februar

Nostalgie und Popcorn – Filmabend “Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann feynd wird” (BRD 1979) – Hutkasse!
Brennerei in Lüchow, 20.15 Uhr

Sonnabend, 25. Februar

15.00 – 17.30 Uhr – Plakat-Austellung des Gorleben Archivs, Künstlerische Werkstätten in Trebel bei Ernst von Hopffgarten

Kulturverein Platenlaase – Café Grenzbereiche

  • 18.00 Uhr – Infoabend „Archäologische Ausgrabungen an der Freien Republik Wendland“. Attila Dészi stellt das Forschungsprojekt der UNI Hamburg vor. Er erläutert auch wie Menschen sich einbringen können. Ist 1004 ein Kulturdenkmal? Wie funktioniert Archäologie? Lasst uns gemeinsam Kultur- und Protestgeschichte schreiben!
  • 22.00 Uhr – TanzNachtTotal-Spezial „Ein Bier auf 1004!“, DJs der Bäuerlichen Notgemeinschaft

Sonntag, 26. Februar

  • 11.00 Uhr: Eselwanderung über den Salzstock von Trebel zum Sonntagsspaziergang. Start Hauptstr. 54/Trebel – Gerhard Has
  • 13.00 Uhr: Sonntagsspaziergang um das Bergwerk
  • 14.00 – 16.30 Uhr: Künstlerische Werkstätten in Trebel bei Ernst von Hopffgarten. Plakat-Austellung des Gorleben Archivs.
  • 14.00 Uhr: Gorlebener Gebet an den Gorlebener Kreuzen
  • 17.00 Uhr: Lesung „Pegasus in Gorleben – 40 Jahre Widerstand“  im Künstlerhof Schreyahn Vortragende: Andreas Maier (AM), Ingrid Birkholz (IB), Wolfgang Kaven (WK), Moderation Axel Kahrs (AK) Texte von Andreas Maier, HC Buch, Nicolas Born, Wolf Biermann, Marie Luise Kaschnitz, Waltraud Kremser, Dorothee Sölle u.a. Programmablauf folgt.

40 Jahre Gorleben

Rückblick und Ausblick

Liebe Mitglieder und Förderer des Gorleben-Archivs,
liebe Freunde und Interessierte des Gorleben-Archivs,

in wenigen Wochen, am 22. Februar 2017, begehen wir den 40. Jahrestag der Standortbenennung Gorleben. Das ist kein Grund zum Feiern. Im Gegenteil. Der Gorleben-Konflikt ist noch lange nicht beendet. Und schon jetzt ist klar, dass auch die nachfolgenden Generationen mit dem Thema Atommüll noch lange werden zu kämpfen haben. Experten der Endlager-Suchkommission schätzen, dass es möglicherweise bis Mitte oder sogar Ende des nächsten Jahrhunderts dauern wird, bis ein Standort gefunden, der letzte Atommüllbehälter eingelagert und das Endlagerbergwerk endgültig verschlossen ist. Ob dabei im Sinne bestmöglicher Sicherheit oder kurzfristiger wirtschaftlicher Interessen verfahren wird, bleibt eine Frage der politischen Machtverhältnisse. Die Gorlebener Protestbewegung darf deshalb nicht nachlassen, sondern muss diesen Prozess auch in Zukunft wachsam begleiten!

Es bleibt die Aufgabe des Gorleben-Archivs, diese Geschichte – die noch nicht Geschichte ist – zu dokumentieren und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen.

Wir danken allen Mitgliedern und Freunden, dass sie uns bei dieser Aufgabe unterstützen!

Das Archiv-Jahr 2016 war für uns erfolgreich, arbeitsintensiv, lehrreich und einschneidend zugleich. Mit diesem Rundbrief möchten wir Ihnen/Euch einen kurzen Überblick geben:

  • Ausstellungen und Veranstaltungen:
    Exponate und Informationen des Gorleben Archivs sind oder waren 2016 in diversen Ausstellungen zu sehen – etwa im Wendland während der Kulturellen Landpartie, in Lübeln auf einer internationalen Konferenz des Rates für Denkmalpflege, in Lüneburg, Berlin, Leipzig und sogar im japanischen Kyoto. Daneben haben wir unsere Arbeit auch auf mehreren Film- und Informationsveranstaltungen u.a. mit dem Fotografen Günter Zint vorgestellt. Auch 2017 wartet wieder viel Arbeit auf das Gorleben Archiv.
  • Besucher:
    Das Archiv hat im letzten Jahr unzählige Besucher empfangen. Einzelpersonen und Gruppen auch aus dem Ausland haben sich über unsere Arbeit informiert. Studenten, Buchautoren, Journalisten und Dokumentarfilmer, die sich teilweise mehrere Tage in unseren Räumen aufhielten, nutzten unseren umfangreichen Bestand für ihre Recherchen.
  • Der Bestand:
    Unser Bestand wächst immer noch ständig. Materialien aus ganz Deutschland erreichen das Archiv. Im letzten Jahr waren es besonders viele und wertvolle Fotos, Dias und Filme, die uns von ihren Besitzern überlassen wurden. Der verantwortungsvolle Umgang mit allen uns anvertrauten Dokumenten und Bildmaterialien ist für uns selbstverständlich. Wir arbeiten intensiv daran, den gesamten Bestand über das Augias-Datensystem zu sichern.

Wir danken allen Mitgliedern und Spendern für ihre Unterstützung und wünschen Ihnen/Euch ein glückliches und gesundes neues Jahr.