DWK-Butterfahrten 1977

Die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK) stieß mit ihren Plänen einer WAA in Dragahn und dem Bau eines Nuklearen Entsorgungszentrums in Gorleben auf unerwartet starke Ablehnung. Infobusse wurden mit Mist bedacht und Demonstrationen organisiert. Und auch die angebotenen atomaren „Butterfahrten“ nach Karlsruhe und in die französische WAA in Cap de la Hague trugen eher zur Beunruhigung als zur Versachlichung der Diskussion bei.

Die dritte Reise für Lüchow-Dannenberger Bürger fand vom 16. bis zum 18. Mai 1977 statt. In enger Zusammenarbeit mit der DWK als finanzierendem Partner hatte die Kreisverwaltung rund 30 Plätze anzubieten. Auf Drängen der Bevölkerung und einiger Ratsherren konnten diesmal auch fünf Vertreter/-innen der Bürgerinitiative Umweltschutz mitfahren, um in direkter Anschauung jene Fragen zu stellen und Informationen zu sammeln, die Teilnehmer/-innen früherer Reisen offenbar nicht in der erwarteten Breite an die Bürger/innen des Kreises weitergaben.

Mit dem Bus ging es erst nach Karlsruhe und dann weiter nach Frankreich. Es wurde der Segen des Atoms gefeiert. Von Pannen und Gefahren kein Wort. Kritische Fragen selbstverständlich unerwünscht.

In La Hague angekommen, trafen sich dann Vertreter/-innen der BI, unter Verzicht auf das Pro-Atom-Abendgelage, mit französischen Gewerkschaftern und besuchten eine Bürgerversammlung der örtlichen französischen BI in einem Dorf außerhalb Cherbourgs. Diese Gespräche waren um einiges aufschlussreicher.

erschienen in: Gorleben Rundschau 7/8.2017